Wie Sie in 3 Schritten einen informierenden Text schreiben, der gern gelesen wird.

von Mrz 9, 2020Schreibtipps

Bestimmt kennen Sie das: die Chef*in braucht einen knackigen Text für einen Kundentermin, Sie ducken sich nicht schnell genug weg und bäm, der Job liegt auf Ihrem Tisch. Ihre Aufgabe: Sie müssen einen informierenden Text schreiben, der den Kunden von den Qualitäten Ihres Unternehmens überzeugt. Schreiben gehört zum Büroalltag wie Kaffeetrinken und Telefonieren. Doch vielleicht ist es auch für Sie ein Graus, vor dem weißen Blatt zu sitzen und langweilige Fach- und Sachtexte verfassen zu müssen. 

Bevor Sie nun tausendmal anfangen, alles wieder verwerfen und an Ihren texterischen Fähigkeiten zweifeln: holen Sie sich einen Kaffee, nehmen Sie sich 7 Minuten und bevor der Kaffee alle ist, haben Sie einen einfachen 3-Schritte-Plan, wie Sie mit mehr Spaß und Leichtigkeit Ihren nächsten informierenden Text schreiben.

1. Schritt zum informierenden Text – Inhalte sammeln

Einfach drauflos schreiben ist nicht. Bevor Sie mit dem Tippen anfangen, sammeln Sie knallharte Fakten. Sobald Ihr Text ein Ziel verfolgt – in unserem Fall ist das informieren – brauchen Sie einen Plan für Ihre Inhalte.

  • Auf einen Blick sehen Sie, ob Sie etwas Wesentliches vergessen haben und können fehlende Infos gezielt recherchieren.
  • Sie können schnell einen roten Faden für Ihren Text aufbauen und verzetteln sich nicht.
  • Nachher beim Ausformulieren haben Sie eher die Muse, sich auf schöne Sprache zu konzentrieren, denn die wesentlichen Inhalte des informierenden Textes stehen ja bereits.

Zuerst tragen Sie alles zusammen, was Sie wissen. Für fehlende Informationen befragen Sie die Kollegen, die sich damit auskennen. Ein gemeinsames 15 Minuten Brainstorming bringt Ihnen schon jede Menge Input.

Tragen Sie die Informationen auf jeden Fall schriftlich zusammen, am Besten als Stichpunkte. In einem Fachtext sollten viele davon enthalten sein und die können Sie sich nicht alle merken, bis das Schreiben los geht. Um schon erste Zusammenhänge deutlich zu machen, legen Sie sich eine Mindmap an.

Mein Experten-Tipp fürs Inhalte sammeln:

Ich spreche immer mit verschiedenen Fachleuten, zum Beispiel aus dem Vertrieb, wenn es um ein Vertriebsthema geht, und schreibe mir ganz viele Stichpunkte und Zitate auf. Später tippe ich die dann in den Computer und schiebe sie so lange hin und her, bis ich den roten Faden für meinen Text zusammen habe.

2. Schritt zum informierenden Text – Struktur festlegen

Wer informieren will muss sicher stellen, dass der Leser dran bleibt. Deshalb ist es unheimlich wichtig, die gesammelten Inhalte in eine schlüssige, nachvollziehbare und verständliche Reihenfolge zu bringen, bevor Sie Ihren informierenden Text schreiben.

  • Struktur macht Texte leserfreundlich, gerade bei Bildschirmtexten, aber auch in Broschüren sorgen lange Textblöcke für Gähnattacken oder einen Klick weg zu einem übersichtlicheren Beitrag.
  • Eine gute Struktur führt den Leser durch Ihre Argumentation und nimmt ihn mit bis zum Ziel.
  • Mit einer ordentlichen Struktur helfen Sie sich selbst beim Schreiben, denn sie ist die Sortierung für Ihre Gedanken und Ideen.

Nutzen Sie verschiedene Elemente, um die Informationen gut lesbar zu präsentieren und die Leser*in an die Hand zu nehmen:

Die Überschrift

kündigt an, worum es in dem Text geht. Ich finde, Sie darf auch bei einem informierenden Text neugierig machen und unterhaltsam sein, achten Sie aber darauf, keine Meinung zu äußern, sondern bei den Fakten zu bleiben. Auch für die weiteren Textteile sollten Sie mit Überschriften Struktur schaffen – diese Zwischenüberschriften bieten der Leser*in Orientierung und lassen sie kurz durchschnaufen.

In der kurzen Einleitung

nehmen Sie die Leser*in mit auf eine kurze Reise durch Ihre Inhalte. Sie können hier zum Beispiel die wichtigsten Erkenntnisse Ihres Textes präsentieren. Auch, wenn Sie hier vielleicht das Gefühl haben, schon zu viel zu verraten: sind Ihre Erkenntnisse wirklich interessant, wird die Leser*in sich gern durchlesen, wie Sie dazu kommen. Und wenn nicht, kann sie zumindest Ihre wichtigsten Informationen mitnehmen.

Der Hauptteil

ist das Kernstück Ihres Textes. Hier bauen Sie Ihre Argumentation auf und formulieren die Informationen, die Sie Ihrer Leser*in präsentieren wollen. Greifen Sie hier ruhig ganz tief in die Deutschunterrichts-Kiste und arbeiten Sie je nach Textlänge mit Absätzen, weiteren Zwischenüberschriften und Aufzählungen. Das lockert lange Textpassagen auf und lässt den Inhalt weniger mächtig erscheinen.

Zum Schluss

haben Sie gleich mehrere Möglichkeiten: folgt Ihr Text einer Argumentation, formulieren Sie Ihre Schlussfolgerung. Haben Sie eine Menge Informationen zusammengetragen, zeigen Sie in der Zusammenfassung noch einmal die wesentlichen Punkte auf. Die Darstellung abgeleiteter Maßnahmen ist eine weitere Möglichkeit, Ihren informativen Text zu beenden.

Mein Experten-Tipp für mehr Lesefreude:

ZVU – Ziel, Vorteil, Unterschied – Dieses Schema verwende ich vor allem bei kurzen Texten wie E-Mails oder für einzelne Textabschnitte innerhalb langer Texte. Eine Einleitung zum Beispiel kann nach diesem Schema angelegt sein, um den Leser schnell mit ersten Snacks abzuholen und ihm Appetit auf mehr zu machen.

3. Schritt zum informierenden Text – Stilvoll schreiben

Nachdem Sie die Inhalte für Ihren Text gesammelt und diese in eine übersichtliche Struktur gebracht haben, geht es ans Formulieren. Tipps dazu finden Sie im Netz viele: Ihr Text soll lebendig und frisch klingen, klar und verständlich sein und dann natürlich noch einen guten Schuss Kreativität mitbringen, die den Leser überrascht und unterhält. Aber wie um Himmels Willen geht das? Und was haben Sie davon?

  • Sie überzeugen Ihre Kunden*innen, Geschäftspartner*innen oder Ihre/n Chef*in öfter von Ihren Ideen, weil er/ sie Sie einfach besser versteht.
  • Sie gewinnen mehr und mehr Spaß am Schreiben oder tun sich zumindest nicht mehr so schwer damit.

Und wie machen Sie das? Hier kommen meine ganz persönlichen goldenen Regeln für gute Texte mit Stil.

Schreiben Sie, wie Sie sprechen.

Das klingt einfacher als es ist, ich weiß. Schreiben ist nunmal etwas anderes als Sprechen. Aber wenn es gelingt, klingt Ihr Text automatisch authentischer und ist leichter lesbar.

Mein Experten-Tipp für schnelle Texte:

Lesen Sie sich den Text laut vor, wo Sie stolpern, setzen Sie nochmal den Stift an.

 

Mein Experten-Tipp für wichtige Texte:

Erzählen Sie, was Sie schreiben wollen, Ihrer Freundin, Ihrem Kollegen oder dem Hund. So sortieren Sie nicht nur Ihre Gedanken, Sie werden auch Formulierungen finden, die Ihren geschriebenen Text leichter verdaulich machen. Die Diktierfunktion Ihres Handys speichert alles ab.

Schreiben Sie kurze Sätze.

Schachtelsätze katapultieren Ihre Leser schnell ins Aus. Die Regel: eine Hauptaussage = ein Satz. Nebensätze machen wirklich nur Sinn, wenn Sie wichtig sind, um die Hauptaussage zu unterstützen.

Mein Experten-Tipp für kurze Sätze:

Wenn Sie wie ich Schachtelsätze lieben, gibt es Schützenhilfe von Satzzeichen: Doppelpunkte, Bindestriche machen ausschweifende Gedanken nachvollziehbar. Und manche Schachtelsätze sind eben einfach wie eine Kinderüberraschung – drei Sätze auf einmal. Trennen Sie sie.

Verwenden Sie viele Verben

Verben sind wie ein Jungbrunnen für Ihren Text, machen ihn lebendiger, aufregender. Sind Ihre Sätze voller Tatendrang, tragen Sie den Leser förmlich von Gedanke zu Gedanke.

Mein Experten-Tipp für mitreißende Sätze:

Schmeißen Sie großzügig Substantive mit den Endungen -ung und -heit raus. Formulieren Sie stattdessen mit dem passenden Verb einen aktiven Satz.

Fazit

Ein überzeugender Text fleißt auch einem professionellen Texter nicht einfach aus den Fingern. Früher dachte ich immer, wer gut schreiben kann, setzt sich einfach hin und legt los. Und bei wem das nicht klappt, der kann eben einfach nicht schreiben. Das ist natürlich Quatsch und ic h freue mich sehr, wenn Sie mit meiner 3-Schritte-Anleitung jetzt entspannt und erfolgreich Ihren nächsten infromierenden Text schreiben. Viel Spaß dabei!

Wenn Ihnen der Beitrag weitergeholfen hat, hilft er vielleicht auch Ihren Kolleg*innen und Freund*innen. Verteilen Sie ihn gern mit Ihren Business-Kontakten.