So erreichen Sie Ihr Team und Ihre Ziele in schwierigen Corona Zeiten

von Mrz 17, 2020Mitarbeiterkommunikation

Unsere Welt dreht sich dieser Tage anders als sonst – das C-Virus ist längst in unserem Alltag angekommen, beruflich wie privat. Wie gehen Sie als Führungskraft mit den Herausforderungen um, vor die uns das Corona Virus stellt?

Womit übernehmen Sie Verantwortung und Führung? Und worauf kommt es jetzt vor allem an, wenn Sie mit Ihren Mitarbeiter*innen sprechen oder sich schriftlich an Sie wenden?

Ich möchte hier meine Gedanken mit Ihnen teilen und Ihnen konkrete Formulierungstipps an die Hand geben, um Ihre Mitarbeiter*innen auch in diesen schwierigen Zeiten zu erreichen und Ihre Maßnahmen wirksam umsetzen zu können.

Machen Sie einen Schritt nach dem Anderen – gemeinsam.

Als Führungskraft müssen Sie natürlich einen Plan haben, den müssen Sie aber nicht allein erarbeiten. Es ist Ihre Aufgabe, die nächsten Herausforderungen zu erkennen und ihre Wichtigkeit einzuschätzen. Wie sie diese meistern, erarbeiten Sie am Besten im Team.

Übernehmen Sie Verantwortung, indem Sie den Feind identifizieren. Führen Sie, indem Sie mit Ihren Truppen die aussichtsreichste Kampfstrategie aufstellen. Übergeben Sie dann die Umsetzung der Maßnahmen ins Team.

Holen Sie Ihre Mitarbeiter*innen emotional ab.

Wie gesagt, Fakten finden sich ohne Ende. Was Ihre Mitarbeiter*innen jetzt brauchen, sind nicht noch mehr Fakten, sie brauchen emotionalen Halt. Überlegen Sie deshalb in all Ihren Kommunikationsmaßnahmen zunächst: wo stehen die Kolleg*innen? Adressieren Sie die drängendsten Sorgen, bringen Sie zunächst Ruhe in die ganze Aufregung und schaffen Sie eine Atmosphäre, in der Ihre wichtigen Informationen und Botschaften nicht in Angst und Unsicherheit unter gehen.

Die größte Sorge Ihrer Mitarbeiter*innen? Gehen Sie davon aus, dass gerade in kleinen und mittleren Unternehmen die Angst groß ist, den Job und damit die Existenzgrundlage zu verlieren! Wenn Sie diese Angst jetzt nicht adressieren und darüber hinweg gehen, verspielen Sie Vertrauen und senden mit Ihren Botschaften gegen einen starken, unsichtbaren Konkurrenten an.

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Formulierungen, die Ihnen helfen können:

Ich kann mir gut vorstellen, dass…
Ich verstehe sehr gut, wenn Sie im Moment…
Ich ahne, wie es Ihnen gerade geht…

Seien Sie menschlich und nahbar.

Auch Sie werden sich Sorgen machen – sprechen Sie darüber. Geben Sie offen zu, dass auch Sie viele Dinge nicht wissen. Wenn Sie ungebremst so tun, als hätten Sie alles voll im Griff und als wüssten Sie, wie die ganze Sache ausgeht, machen Sie sich unglaubwürdig und verlieren den Kontakt zu den Kolleg*innen.

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Formulierungen, die Sie nutzen können:

Ich möchte Ihnen sagen, dass auch ich…
Auch ich kann nicht voraussagen,…
Ich habe so eine Situation auch noch nicht erlebt,…

Glasklare Informationen in verdaulichen Häppchen servieren.

Überlegen Sie sich ganz genau, welche Informationen jetzt wichtig sind und welche vielleicht nur eine Randerscheinung. Setzen Sie die Fakten auch in einen zeitlichen Bezug – was müssen die Kolleginnen und Kollegen jetzt wissen, was später.

Mehr als drei wirklich wichtige Fakten auf einmal kann kaum jemand aufnehmen. Was darüber hinaus geht, verpufft einfach. Seien Sie in Ihren Ansagen ganz klar und eindeutig. Formulieren Sie konkret, was genau welche Mitarbeiter*innen als nächstes zu tun haben.

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Nützliche Formulierungen:

Was jetzt als nächstes ansteht, ist…
Unsere Aufgabe ist es jetzt,…
Ich möchte Sie nun bitten, folgendes…

Denken Sie den nächsten Schritt schon mit.

Wer Informationen priorisiert, wird schnell sehen, dass dies nicht die letzte Info an die Mitarbeiter*innen sein wird. Planen Sie also den nächsten Schritt in ihrer Mitarbeiterkommunikation immer schon mit.

Gestern erst habe ich gelesen, dass die Bundesregierung aktuell einen Krisenplan abarbeitet – ein klares Drehbuch, mit dem die Bevölkerung Stück für Stück an die einschneidenden Maßnahmen herangeführt wird. Das klingt für mich nachvollziehbar, denn:

  • Es führt zum einen dazu, dass keine unüberschaubare Panik ausbricht – auch wenn die leergekauften Regale natürlich erschreckend sind.
  • Zum Anderen akzeptieren wir es scheinbar eher, wenn unsere persönliche Freiheit stückweise eingeschränkt wird.

Nutzen Sie das auch in Ihrem Unternehmen. Um Ihre Mitarbeiter*innen und deren Angehörige zu schützen und Ihrer Verantwortung als Führungskraft gerecht zu werden.

Fazit

Wenn wir aktuell eins zur Genüge haben, sind es Informationen und Fakten. Wer etwas über Corona, die aktuellen Fallzahlen und Berechnungen über die vermutlich weitere Ausbreitung haben möchte, ist im Netz wirklich gut versorgt.

Was mir persönlich immer noch an vielen Stellen fehlt, ist eine deutliche Einordnung in mein ganz konkretes (Arbeits)leben – Was ist jetzt wichtig für mich als Mitarbeiter*in eines Unternehmens? Wie ist der Plan und was ist meine Aufgabe dabei? Wer kümmert sich um was?

Führung ist gefragt, auch – und ganz besonders – in Unternehmen.

Jetzt schlägt die Stunde der besonnen, ernsthaften und führungsstarken Vorgesetzten. Passen Sie auf sich auf!