4 praxiserprobte Experten-Tipps, wie du dich auf eine Positionierung festlegst, obwohl dir Entscheidungen schwer fallen.

von Positionierung

Dich Positionieren heißt, grundlegende Entscheidungen zu treffen, vor allem darüber, was du anbieten willst und für wen. Und zwar so konkret wie möglich. Nun gehört das Entscheiden nicht gerade zu den Stärken von uns Multitalenten. Viel zu sehr befürchten wir, uns die falsche Option zu greifen und dann von Langeweile, Frust und Unwillen heimgesucht zu werden. Das sollte dir natürlich für deine Selbständigkeit nicht passieren, schließlich willst du dir damit eine dauerhafte Existenz aufbauen – ein Strohfeuer hilft dir da nicht weiter.

In diesem Artikel gebe ich dir 4 Tipps, wie du es trotz Vielseitigkeit schaffen kannst, eine Positionierung zu finden, die dich im Inneren erfüllt und mit der du einen echten Unterschied im Außen machen kannst. Nur Mut – es ist möglich:-)

Experten-Tipp Nr. 1 – Fange mit dem Träumen an!

„Wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen.“ Auch wenn ich dem Zitat von Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt durchaus etwas abgewinnen kann – für deine Positionierung ist es unverzichtbar, dass du dir eine Vision für deine Selbständigkeit erschaffst. Und dazu gehört weit mehr als zu formulieren, in welchem Business du unterwegs bist. Zu abstrakt? Ok, dann ganz konkret.

Deine Business Vision setzt sich aus folgenden Elementen zusammen:
Was bietest du an? (Produkt/ Dienstleistung/ Befähigung)
Wo willst du deine Leistung anbieten?
Wie organisierst du dein Business?
Wo willst du arbeiten?
Was ist dein Exzellenzgebiet?
Welche großen Träume hast du?
Warum hast du dich selbständig gemacht?
Welche finanziellen Bedingungen brauchst/ möchtest du?

Der Moment, in dem du entschieden hast, selbständig zu arbeiten und ein Unternehmen zu gründen – erinnerst du dich daran? Kannst du heraufbeschwören, mit welchen Hoffnungen, Wünschen und Ideen du an dein Leben als Selbständige*r gedacht hast? Haben sich diese Ideen seitdem verändert? All das gehört in deine Business-Vision.

So gehst du vor:
Schreibe dir deine Vision unbedingt auf – Gedanken sind flatterhaft!
Nimm dir dafür Zeit (mindestens 1-2 Stunden) und genug Ruhe, alles zu durchdenken.

Dann lass das Ganze etwas reifen und schaue mit klarem Blick ein paar Tage später noch einmal drauf. Während dieser Zeit denkst du vielleicht nicht bewusst darüber nach. In deinem Unterbewusstsein wird das Thema aber weiterarbeiten.

Du kannst nun ergänzen, korrigieren oder einfach alles so belassen, wenn es sich auch jetzt noch alles gut und stimmig anfühlt.

Was hat deine Vision mit den Entscheidungen für deine Positionierung zu tun? Jede Menge, denn viele Entscheidungen, die du in deiner Business-Vision bereits getroffen hast, leiten Entscheidungen für deine Positionierung einfach ab.

Hier ein paar Beispiele, wie deine Business-Vision deine Positionierung beeinflusst:
Du willst zu einem großen Teil Online arbeiten? Dann musst du zwangsläufig eine Zielgruppe anpeilen, die bereit ist, dein Angebot auch online zu kaufen und zu nutzen.

Du möchtest ein festes Team einstellen, das du leitest? Dann wirst du Angebote aufsetzen müssen die genug Umsatzpotenzial haben, um das dauerhaft zu finanzieren.

Dein Warum dreht sich um mehr Nachhaltigkeit und einen Beitrag zu einer enkelfreundlichen Wirtschaft? Dann sind umweltschädliche Produktionsverfahren tabu.

Experten-Tipp Nr. 2 – Lass dich auf Gedankenexperimente ein!

Vielseitig Interessierte tun sich oft schwer damit, einmal getroffene Entscheidungen loszulassen. Schließlich ist die Entscheidung hart erkämpft.

Andererseits sind Multitalente wahnsinnig neugierig – nutze das für dich und spiele einfach mal ein paar scheinbar abwegige Varianten durch – ganz ohne Risiko. Alles, was du investieren musst, ist Zeit und Grips.

So gehst du vor:
Spiele verschiedene Szenarien und Ideen gedanklich durch. Nimm dir verschiedenfarbiges Papier und wähle für jede Idee eine Farbe. Schreibe alles auf, was dir einfällt, ohne es zu bewerten.

Wenn du unsicher bist, suche dir zu deiner Fragestellung (z.B. Zielgruppenpersona oder Expertenthema) im Internet Arbeitsblatt-Vorlagen und versuche, für jede Richtung ein Arbeitsblatt auszufüllen.

Spring über deinen Schatten und lasse auch Möglichkeiten zu, die du bisher total ausgeschlossen hast. Vielleicht stößt du hier auf einen Schatz.

Warum rate ich dir das? Weil es deiner Entscheidung eine neue Qualität gibt. Wenn du verschiedene Szenarien durchspielst hast du auch verdeutlicht, was nicht zu dir passt. Das gibt dir mehr Sicherheit, weil du nicht mehr das Gefühl hast, eine bessere Variante zu verpassen.

Ich habe mit einem Gedankenexperiment zu meiner Wunschkundin gefunden:
Die Arbeit an meiner Zielgruppe hat mich viele Nerven gekostet. Meine Zielgruppe war viel zu unkonkret und ich nicht in der Lage, eine genaue Persona dazu zu entwickeln. Dann habe ich versucht, das ganze mit zwei völlig anderen möglichen Zielgruppen durchzuspielen und siehe da, bei einer kam ich richtig ins Schwitzen, weil ich gar nicht so schnell schreiben konnte, wie meine Gedanken flogen.

Am Schluss hatte ich eine glasklare Wunschkundin definiert und Herzklopfen bis zu den Ohren – das bringt uns direkt zum nächsten Tipp.

Experten-Tipp Nr. 3 – Hör auf deinen Bauch, lass dein Herz sprechen!

Nicht erst seit meinem Persona-Experiment weiß ich: es fühlt sich gut an, wenn es richtig für mich ist. Dein Herz, deine Intuition, dein Bauchgefühl – nenn es wie du willst – zeigen dir oft: dies hier ist das Richtige für dich.

Wir scheuen uns öfter davor, Entscheidungen nicht rational zu treffen, als rein emotional gesteuert zu sein. Lass deine innere Stimme zu Wort kommen, denn sie kennt dich gut.

So gehst du vor:
Im Trubel des Alltag finden wir kaum Ruhe, mal nach innen zu hören. Aber deine innere Stimme ist vielleicht ziemlich leise und wird ständig übertönt.

Nimm dir vor jeder Entscheidung kurz Zeit, runterzukommen und in dich hinein zu spüren. Du brauchst dazu keine Klangschalen, Räucherstäbchen und so, konzentriert und tief ein- und ausatmen bringt dich deiner inneren Stimme schon ganz entscheidend näher. Regelmäßige Meditationen sind natürlich die Königsklasse.

Außerdem kannst du deinen Intuitionsmuskel im Alltag trainieren. Versuche einfach mal, dir keinen Einkaufszettel zu schreiben, sondern dich für dein Abendessen im Supermarkt oder auf dem Markt inspirieren zu lassen. Mache einen Spaziergang und lass dich durch die Straßen treiben, ohne Plan und festes Ziel. Regelmäßig für einfache Entscheidungen angewendet, hast du deine Intuition dann auch für wichtige Entscheidungen parat.

Du fragst dich jetzt vielleicht, ob für eine fundierte Positionierung Fakten nicht die bessere Entscheidungsgrundlage sind. Fakten sind nicht falsch und du brauchst sie unbedingt. Aber deine Positionierung muss so gestrickt sein, dass sie dir langanhaltend Spaß macht – sonst wirst du all die Herausforderungen des Selbständig-Seins und mögliche Durststrecken nicht überstehen. Für deine Positionierung ist dein Bauchgefühl einfach ein Nachhaltigkeits-Garant.

Meine gefühlte Positionierung wird auch übermorgen noch richtig sein:
Ich finde den Gedanken daran, ein richtig gutes Bauchgefühl zu haben, total verlockend. Leider bin ich so nicht, mein Kopf redet immer mit. Aber ich habe inzwischen oft genug erfahren, wie gut es sich auch langfristig anfühlt, auf der richtigen Fährte zu sein. Nach Motivation, Spaß und „das soll genau so sein“.

Rückblickend kann ich tatsächlich sagen: Keine meiner intuitiv getroffenen Entscheidungen habe ich bisher bereut. Aber viele von denen, für die ich ausschließlich auf meinen Kopf gehört habe!

Experten-Tipp Nr. 4 – Bestehe nicht darauf, es allein zu schaffen!

Und noch eine Erfahrung möchte ich dir mit auf den Weg geben: Hol dir Hilfe, wo immer es geht. Bei der Arbeit an deiner Positionierung hast du sicher schön öfter mal gedacht „Verdammt, ich steh ihm Wald!“ Heraustreten fällt dir schwer, denn du bist mittendrin, emotional betroffen, von Glaubenssätzen blockiert und deine Ängste lähmen dich.

Nur wenige Menschen schaffen es ganz allein, all diese Dinge beiseite zu schieben und klar zu erkennen, was los ist. Ehrlich gesagt haben alle, die ich kenne und die das – sagen wir mal – ziemlich gut hinbekommen – Hilfe dabei. Na klar kennst du dich am besten, schließlich lebst du jeden Tag mit dir. Aber um dich herum gibt es eine Menge Menschen, die vielleicht Dinge in dir sehen, die du gar nicht wichtig findest, weil sie für dich total normal sind.

Sätze, die du unbewusst sagst, Sachen, die du unbewusst tust – deine Mitmenschen erleben sie bewusst und können dir ganz brachial – aber auch sehr hilfreich den Spiegel vorhalten. Nutze diese Chance.

So gehst du vor:
Überlege dir, wer dir alles hilfreich sein könnte. Entscheide nicht danach, ob jemand immer deiner Meinung ist. Vielmehr sollte dir dein Gegenüber Wohlwollen entgegenbringen, aber durchaus auch eine eigene Meinung vetreten.

Familienmitglieder
Freund*innen
Geschäftspartner
Mastermind-Gruppen
Professionelle Choaches

Du findest sicher Hilfe in deiner ganz persönlichen Umgebung. Dort kennt und liebt man dich und du traust dich vielleicht eher, auch kritische Dinge zu besprechen. Fragestellungen zu persönlichen Stärken und Werten sind hier total gut platziert. Bedenke hier bitte, dass dein persönliches Umfeld eine vorgefertigte Meinung zu dir und deinem Business hat. Wenn es um eine Neuausrichtung geht, du dich und dein Business also grundlegend neu erfinden willst, kann das eher bremsen als beflügeln. Manchmal besteht außerdem im persönlichen Umfeld eine Hemmschwelle, deshalb schau dich unbedingt auch nach neutraler Hilfe um.

In Facebook-Gruppen oder bei Instagram kannst du dich einlesen und Anregungen holen, ohne direkt selbst in Erscheinung treten zu müssen. Oft findet hier in den Communities ein sehr bereichernder und wertschätzender Austausch statt, der dir schon ein ganzes Stück weiter hilft. Konkrete Hilfe für deine ganz persönliche Lösung findest du bei einem professionellen Coaching, wie auch ich es anbiete. Dort wird in einer kleinen Gruppe oder ganz individuell an genau deinen Themen und Aufgabenstellungen gearbeitet – immer mit den Ziel, für dich wirklich konkrete Ergebnisse zu erarbeiten. Das kann helfen, die scheinbar unüberwindlichen Hürden zu nehmen oder auch einfach eine Abkürzung sein, die dich deinem großen Ziel schneller näher bringt.

Wie hilft dir das nun für deine Positionierung? Ein kritischer, aber wohlwollender Blick von außen schadet grundsätzlich nie, denke ich. Er kann dir Alternativen eröffnen, auf die du selbst nicht gekommen wärst und die du in deinen Gedankenexperimenten nutzen kannst. Er kann Prioritäten ans Licht bringen, die du selbst nur unbewusst wahrnimmst. Im Austausch kannst du prüfen, ob deine Ideen und Erkenntnisse stimmig sind, ob deine Botschaften zünden. Du kannst wertvolle Hinweise für Details bekommen – verstehen die das so, wie ich das meine? Und du bekommst ganz einfach auch mal zu hören, dass du toll bist in dem was du tust. Lass ruhig auch deinen Bauch mal ein bißchen pinseln!

Ohne Hilfe hätte ich meine Vorurteile nicht überwunden:
Ich habe bei der Arbeit an meiner Positionierung mit sehr vielen Leuten gesprochen – meinem Mann, meinen Lieblingskunden, Kolleginnen und Freund*innen. Am meisten geholfen hat mir tatsächlich ein Online-Gruppencoaching, in dem mich nicht nur die wohlwollenden und sehr schlauen Hinweise der Coachin, sondern auch die wirklich cleveren Feedbacks der anderen Teilnehmerinnen tatsächlich zum Ziel gebracht haben. Allerdings muss ich sagen, dass ich vorher wirklich schon selbst viel Zeit und Grips investiert hatte – es war dann einfach an der Zeit, in die vollen zu gehen.

Ohne diese Vorarbeit wäre der Durchbruch vielleicht noch nicht so weit gewesen – ich war einfach auch reif dafür:-) Nimm dir also unbedingt Zeit, deine eigene Geschwindigkeit und Vorgehensweise zu finden.

Ich hoffe sehr, meine Tipps ermutigen dich, auch weiter an deiner Positionierung zu arbeiten und den notwendigen, aber auch hilfreichen Entscheidungen nicht länger aus dem Weg zu gehen. Und ich bin sicher, du kannst es schaffen! Es gibt ganz viel Lehrbuchwissen zum Thema Positionierung. Du brauchst eine Zielgruppe, ein konkretes Thema in dem du unterwegs bist, musst deine Werte und Stärken kennen und solltest dich mit all dem natürlich von deinen Wettbewerbern abheben. Du musst viele Entscheidungen treffen. Und genau da stoßen die Lehrbücher an ihre und deine Grenzen. Doch du weißt jetzt, wie du es trotzdem schaffst: mit einer persönlichen Vision im Rücken, der Bereitschaft, Zeit und Grips in Gedankenspiele zu investieren, einem guten Draht zu deiner inneren Stimme und Hilfe von Freund*innen, Business-Buddies, Familie und einer professionellen Coachin.

Bist du bereit dazu, in deiner Vielseitigkeit klare Kante zu zeigen und dein Profil zu schärfen?

Erfahre, wie du mit deiner Positionierung Klarheit für dein Marketing und Sichtbarkeit für dein Business gewinnst. >>LINK NEWSLETTER>>